Flächennutzung Welt – Bayern- Zolling

Globale Flächennnutzung seit Beginn der aktuellen Warmzeit

In seinem Tweet visualisiert Dr. Robert Rohde @RARohde die Veränderung der globalen Landnutzung in den letzten 12.000 Jahren, also seit der Ende der Eiszeit. Die Grafik zeigt eindrucksvoll wie sich die Landnutzung in globalen Maßstab im Laufe der Jahrtausende verändert hat. Da sich die Landmasse als solche nicht ändert, sind Verschiebungen unter den Nutzungsformen ein Nullsummenspiel: Das Wachstum einer Nutzungsform geht mit dem Verlust einer anderen Nutzungform einher. Kulturlandschaften entstehen, Naturlandschaften vergehen.

Entwicklung in Zentraleuropa seit der ersten urkundlichen Erwähnung Zollings

Das Projekt Antromes 12k DGG (Quelle) zeigt auf einer zoombaren Weltkarte die Entwicklung der Landnutzung. Für Zentraleuropa zeigen sich folgende Bilder:

  • Oben links: um 700 ist Zolling (erstmal 744 erwähnt) eingebettet in weite Waldlandschaften
  • oben Mitte: um 1600, am Vorabend der 30jährigen Krieges, waren in Zentraleuropa die Wälder gerodet und zu Ackerland geworden
  • oben rechts: bis 1800, zu Zeiten Napoleons, hat sich die Besiedlung weiter verdichtet
  • unten groß: selbst ursprüngliche Agrarlandschaften sind nun dicht bebaut

Süddeutschland in maximaler Vergrößerung (Karte nachträglich beschriftet):

Entwicklung in Bayern 1980 bis 2019

Laut Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz StMUV werden (Stand 2019) in Bayern täglich 10,8ha Freifläche in Siedlungs- und Verkehrsfäche umgewandelt, sprich bebaut. Auf’s Jahr gerechnet macht dies rund 39km² aus.

Quelle: StMUV

Auffällig ist, dass die Siedlungs- und Verkehrsfläche (+50%) schneller wächst als die Bevölkerungszahl (+20%)

Entwicklung und Situation in Zolling

Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsverband München (PV) stellt auch für die Gemeinde Zolling wertvolle Daten zur Verfügung. So unter anderem im aktuellen Bericht die Flächennutzungsdaten 2009 bis 2019. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche stieg in den 10 Jahren des Berichtszeitraums um einen Prozentpunkt von 10,4% auf 11,4%, was einer jährlichen Steigerung von etwa 0,9% entspricht.

Bevölkerungszahl und Flächenverbrauch entwickeln sich synchron. (Quelle PV)

Die Verkehrsflächen haben mit 37.50% den größten Anteil am Flächenverbrauch, gefolgt von den Wohnbauflächen mit 22,56% und den Industrie- und Gewerbeflächen mit 12,67%. Für Sport, Freizeit und Erholung sind 3,94% ausgewiesen. (Quelle: PV)

Und was bedeutet das?

Über die letzten 10 Jahre gerechnet verbaut Zolling jährlich rund 0,9% seiner Fläche. Setzt man diesen Trend in die Zukunft fort, so wäre in etwa 230 Jahren alle Landfläche zu Verkehrs- und Siedlungsfläche umgewandelt. In 87 Jahren wäre die Hälfte der heutigen Freiflächen bebaut. 87 Jahre – das kann ein heute geborener Mensch durchaus erleben. Bei einer Verdopplung des Flächenverbrauchs auf 1,8% bräuchte es nur 110 Jahre, bis der letzte Acker planiert und der letzte Baum gerodet würde.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass wir bereits heute mit den Flächen haushalten müssen, um unseren Kindern und Enkeln noch lebenswerte und liebenswerte Natur zu hinterlassen.

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2 Gedanken zu „Flächennutzung Welt – Bayern- Zolling

  1. Susi Sorglos

    ….und hinzukommt, dass die Kontinentalflächen ” kleiner” werden, weil aufgrund der Klimaerwärmung die Meeresspiegel steigen werden. Die sprunghafte Entwicklung der Einwohnerzahlen wird es in Europa nicht mehr geben. In Afrika und Asien sieht das noch ganz anders aus, aber auch da wird es so kommen. Aber es soll nichts beschönigt werden. Der Auftrag ist ganz klar: Haushalten mit dem Flächenverbrauch. Und man darf sich wirklich fragen, ob es in diesem Sinne noch zeitgemäß ist, einen Supermarkt an der Peripherie einstöckig mit einer komfortablen Parkplatzumfriedung zu genehmigen….

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    1. Stephan Griebel Beitragsautor

      Hallo Susi Sorglos,
      mit dem Hinweis auf den einstöckigen Supermarkt an der Peripherie, spielen Sie da auf ein konkretes Vorhaben in Zolling an?
      Danke
      Stephan Griebel

      Antworten

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