Archiv der Kategorie: Bildung

vocational school: Lehrersein ist eine Berufung

Vielleicht geht es nur mir so, doch schwingt in meinen Ohren im Englischsprachigen Begriff “vocational school” viel mehr der Geist der Berufung (lateinisch: vocatio) mit als beim deutschen Analogon der “Berufsschule”. Stehe ich damit alleine oder empfinden andere ebenso?

Ich bin der festen Überzeugung, dass alle Lehrerinnen und Lehrer – von nur ganz, ganz wenigen Ausnahmen abgesehen – diesen, ihren Beruf aus Idealismus heraus ergriffen haben. Leider wird dieser Idealismus allzuoft in unserem Schulsystem im Laufe der Jahre verschüttet. Wäre es nicht schön, wenn alle Lehrerinnen und Lehrer sich wieder an den Moment ihrer Berufung erinnern würden? Als sie damals entschieden haben, diesen Lebensweg einzuschlagen? Und wenn sie sich jeden Morgen daran erinnern würden, um tagsüber in der Schule vor der Klasse daran anzuknüpfen? Ich für meinen Teil wünsche es ihnen von ganzen Herzen.

Drei Schwächen im deutschen Bildungssystem

Meine berufliche Tätigkeit ermöglicht es mir, Einblick in die Bildungssysteme vieler anderer Länder zu bekommen. Dazu zählen die vergleichsweise wohlhabenden Länder West-, Zentral- und Nordeuropas, unsere süd- und osteuropäischen Nachbarländer aber auch mehrere Länder des Nahen Ostens. Im Vergleich mit vielen dieser Länder muss bei uns vieles ziemlich gut laufen, sonst ginge es uns nicht so gut und wir würden nicht so beneidet. Andererseits könnten wir meiner Meinung nach noch viel besser sein, wenn wir folgende drei grundlegende Schwächen unseres Systems angehen würden. Diese sind in meinen Augen:

1) Dürftige finanzielle Ausstattung

2) Ständiges Herumbasteln an den äußeren Strukturen

3) Selbstverständnis der Lehrerinnen und Lehrer und Wertschätzung des Lehrberufes in der Öffentlichkeit

 

@1)  Dürftige finanzielle Ausstattung:

Laut Eurostat lagen die Bildungsausgaben in Deutschland 2011 bei 4.98% des BIP, der EU Durchschnitt bei 5.25%. Das Geld nicht alles ist, sieht man an Schweden. Die Bildungsausgaben sind mit 6.82% fast zwei Prozentpunkte höher als bei uns, gleichwohl ist man dort mit seinem System gar nicht zufrieden. Andererseits halte ich die Diskussion über unsanierte Schultoiletten für beschämend, die Begründungen für die Schulschließungen in ländlichen Gebieten für demütigend und den jährlich wiederkehrenden Kampf um Lehrerstellen für haarsträubend.

@2) Ständiges Herumbasteln an den äußeren Strukturen:

In keinem anderen mir bekannten Land wird so heftig über äußere Schulstrukturen diskutiert wie in Deutschland. Ständig werden neue Schulformen erfunden, in der Hoffnung und Erwartung, dass sich dann schon alles zum Besseren wenden wird. Und wenn nicht, auch egal, dann erfinden wir halt was Neues.

Nehmen wir zum Beispiel die Schulformen der Sekundarstufe 1: Sind die Unterschiede zwischen Hauptschule, Realschule, Regionalschule, Regelschule, Sekundarschule, Mittelschule, Oberschule, Realschule plus, Erweiterte Realschule, Gesamtschule und Gymnasium in der Sek1 wirklich so groß, dass man dafür 11 Schulformen benötigt? Dabei sind die verschiedenen Zweige oder sonstiges noch gar nicht berücksichtigt! Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen. Was hier an Zeit, Geld und Energie verbrannt wird? Wo könnten wir stehen, wenn wir uns nur endlich mal auf ein Modell einigen könnten.

@3) Selbstverständnis der Lehrerinnen und Lehrer und Wertschätzung des Lehrberufes in der Öffentlichkeit:

In noch keinem anderen Land ist mir ein Spruch entgegengeschlagen wie “Ich bin ja nur Lehrer.” Woher kommt dieses Sich-klein-machen nur her? Laut Allensbach Studie von 2013  ist Lehrer einer der angesehensten Berufe in Deutschland. Kein Arzt oder Handwerker stellt sein Licht derart unter den Scheffel: “Asche auf mein Haupt. Ich bin ja nur xyz.” Der bescheidene Auftritt ehrt unsere Lehrerinnen und Lehrer, doch während andere lediglich ihren Jobs nachgehen, haben Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, ihren Beruf (Berufung!) zu leben. Tut dies und strahlt dies auch aus.

Digitale Medien an Schule – Das Gesamtkonzept multiplikativ denken!

Beruflicherseits beobachte ich immer wieder mit Kopfschütteln, wie vorhersehbar diverse one-to-one Projekte in Schulen scheitern. Man startet hochmotiviert, versucht sich durch die Schwierigkeiten zu beissen und muss am Ende doch entnervt die Segel streichen. Es macht mich traurig zu sehen, dass immer noch so oft viel Zeit und Energie, schlicht Lebenskraft sinnlos vergeudet wird. Interessanterweise scheinen Großprojekte noch häufiger betroffen als Schulen, die sich alleine und gemeinsam mit anderen auf den Weg machen. Häufigster Grund für das Scheitern ist wohl, dass die Projekte nicht komplett durchdacht sind, und schon gar nicht durchfinanziert. Zumeist reicht das Geld für schmucke Endgeräte, ein paar interaktive Tafeln und ein klein bisschen hier und da, doch Software und Content sollen sich die Lehrkräfte bitte selbst zusammengooglen, und die Erste Schritte Fortbildung zur Einführung muss auch reichen. Klar, dass solche Projekte scheitern müssen.

Der grundlegende Fehler – im kleinen, und erst recht im großen – ist wohl, dass die Komponenten des Konzeptes additiv gedacht werden:

Erfolgreiches Gesamtkonzept = Infrastruktur + Endgeräte + Software + Fortbildung + Content + x

Wenn eine Komponente ausfällt, also z.B. Fortbildung gleich Null, so kann man nach dieser Vorstellung immer noch erfolgreich sein. Schliesslich gibt es genügend andere Summanden, die eine positiven Beitrag leisten. Nach der Vorstellung läßt sich der Ausfall eines Teilbereiches dadurch auffangen, dass man einer anderen (oder mehrere) moderat vergrößert.

In meinen Augen richtig wäre, die Komponenten multiplikativ zu betrachten. Leider geschieht genau dies viel zu oft nicht.

Erfolgreiches Gesamtkonzept = Infrastruktur * Endgeräte * Software * Fortbildung * Content * x

Der Unterschied zum ersten Ansatz? Ganz einfach: Fällt auch nur eine einzige Komponente aus, dann war’s das mit dem Erfolg. Mathematisch gesprochen: Ein Produkt ist Null, wenn einer der Faktoren Null ist. Interessanterweise ist das Produkt auch dann fast Null, wenn bereits einer der Faktoren fast Null ist. Denn zum Ausgleich müßten die anderen Faktoren (mindestens einer) überproportional groß werden. Was ziemlich offensichtlich keinen Sinn macht: fünfmal mehr Infrastruktur gleicht kaum ein fünftel Content aus. Stichwort: ‘Antiproportionale Zuordnung‘. Oder für die Oberstufler: Limes von 1/x für x gegen Null.

Im Falle der digitalen Endgeräte ist es klar: Keine digitalen Medien im Schülerhand, kein one-to-one. Klar ist auch, dass es ohne eine gewisse Infrastruktur nicht geht. Ohne vernünftige Software läßt sich nicht unterrichten. Ohne ausreichende Fortbildung und ohne Content aber auch nicht. Wenn man sich die multiplikative Struktur der ‘Konzeptgleichung’ erst mal richtig bewußt gemacht hat, ist völlig einleuchtend, dass keine Komponente verzichtbar ist. Alle Komponenten sind gleichermaßen notwendig. Keine einzige ist für sich alleine hinreichend.

Ach übrigens, ich verstehe die oben genannten Kompontenen in einem sehr breiten Sinne. Infrastruktur umfasst nicht nur Whiteboards, Server und Breitband, sondern auch schlicht ausreichend Steckdosen und ganz essentiell auch Service. Software bedeutet für mich mehr als einen Browser und ein paar zusammengeklickte Apps für lau. Fortbildung hört nicht bei der (Bedien-)Einführung auf, sondern begleitend jeden bis er’s oder sie’s didaktisch und methodisch in seinem/ihrem Fach drauf hat. Und Content wird auch nicht einfach wild zusammenkopiert, sondern da steht ein fundierter konzeptioneller Rahmen dahinter.

Didacta 2014: Frei nach Adam Riese

Auf der Didacta 2014 lagen an einem Stand auf dem Gang in Nähe der Halle 1 Postkarten mit  schulbezogenen Sprüchen zum Mitnehmen aus. Bei der Aussage “Frei nach Adam Riese” habe ich gestutzt. Frei nach Adam Riese – bedeutet dies, dass wir vor Adam Ries(e) unfrei waren? In dem Sinne, dass Adam Ries mitgeholfen hat, das Rechnen-Können breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen (Rechenbücher in deutscher statt lateinischer Sprache, praktische arabische Zahlen statt unhandlicher römischer, riesige Verbreitung seiner Werke), hat er uns tatsächlich unabhängig und damit frei gemacht von den damaligen gelehrten Rechenmeistern. Ein wichtiger Beitrag zur Demokratisierung von Bildung. Frei dank Adam Riese – ein wunderbarer Gedanke. Danke, Adam Riese.

Fundstück Didacta: Frei nach Adam Riese

Fundstück Didacta: Frei nach Adam Riese

Burnout – Sind Mathematiker mehr betroffen als andere?

Im Schwamm drüber!-Blog Übergangsprognosen wird als Quelle ein Beitrag des Bayerischen Staatsanzeiger genannt. Gezeigt wird dort eine Lehrerin, die sich entnervt an die Tafel lehnt: vollgeschrieben mit …? – mit mathematischen Berechnungen natürlich. In der ganzen Burnout Diskussion bin ich noch nicht darauf gestoßen, dass die Mathematiklehrkräfte besonders betroffen seien. Gibt es dazu Erhebungen? Sind also bestimmte Schularten oder Fächerkombinationen mehr betroffen als andere?

Die gleiche Frage stellt sich bei den Sitzenbleibern. Auch hier drängt sich der Eindruck aus, dass im Zweifelsfall ein Bild mit mathematischen Kontext die Negativmeldung am besten unterstreicht. Sind an irgendeiner Stelle Korrelationen bezüglich Unterrichtsfach und Wahrscheinlichkeit des Sitzenbleibens erfasst worden?

Informationssouveräne Bürger – eine Vision für 2020

Da diskutiert man lang und breit und tief die Informationsgesellschaft und kommt doch nicht drauf, einfach mal bei denen nachzufragen, die in institutionalisierter Form heute bereits Information öffentlich bereitstellen – den Bibliotheken nämlich – was diese zur Informationsgesellschaft zu sagen haben. Auch auf die Gefahr, mich als der letzte Unwissende zu outen, möchte ich doch auf die

Vision 2020: Informationssouveräne Bürger in Bildung, Beruf und Gesellschaft

des Bibliothek & Information Deutschland (BID) – Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheks- und Informationsverbände e.V. hinweisen.

Gestern Abend wurde ich am Rande einer Veranstaltung der Initiative Keine Bildung ohne Medien auf diesen Verband und seine Forderungen aufmerksam. Hinsichtlich schulischer Bildung bedeutet “informationssouverän” unter anderem:

  • Ein informationssouveräner Schüler erwirbt die seinem Alter entsprechenden Kenntnisse der Informationsrecherche aus digitalen wie analogen Quellen. Diese bilden die Basis für seinen Erfolg im Unterricht, da er Suchergebnisse kritisch hinterfragen, gewichten, reflektieren und nutzen kann. Er geht sparsam mit der Weitergabe persönlicher Daten um.
  • Eine informationssouveräne Lehrerin bringt ihre in der Ausbildung erworbene Informations- und Medienkompetenz in die methodisch-didaktische Vorbereitung des Unterrichts oder von Schulpraktika ein. Sie optimiert damit nicht nur ihre eigenen Unterrichtsangebote, sondern kann ihr operatives Wissen auch an ihre Schüler weitergeben.
  • Ein informationssouveräner Studierender wendet die in seiner Schullaufbahn erworbenen Grundkenntnisse an und nutzt die bestehenden Angebote im Bereich der Informations- und Medienkompetenz zur Optimierung seines Studiums.
    (Quelle: Medien- und Informationskompetenz, BID, 2011, S. 5, Download der Broschüre)

Eine schöne Vision, oder?

Was ist der unverzichtbare Kern der Mathematik?

Die Frage nach dem unverzichtbaren Kern mathematischen Wissens ist gewiss keine Neue. Zuletzt wurde ich auf der diesjährigen Tagung des AKMUI der GDM wieder einmal mit ihr konfrontiert. Eine Antwort wurde jedoch auch dort nicht gegeben.

Was also ist der unverzichtbare Kern der Mathematik? Welches sind diejenigen mathematischen Inhalte, die auf jeden Fall unterrichtet werden müssen? Gibt es Inhalte, Methoden, Themen, Gebiete, Formalismen, Algorithmen, Formeln, Definitionen, Sätze oder Beweise, auf die nicht verzichtet werden kann? Gibt es kanonische Inhalte, die jede Schülerin und jeder Schüler kennengelernt haben muss, damit der Anspruch einer Allgemeinbildung erfüllt werden kann?

Aus eigener Anschauung weiss ich, dass selbst der Satz des Pythagoras, obwohl über Jahre hinweg und bei verschiedensten Gelegenheiten immer wieder genutzt, nach bereits wenigen Jahren nicht mehr wiedergegeben, geschweige denn angewendet werden kann. In Deutschland ist es in weiten Bereichen akzeptiert, Mathematik nicht verstanden zu haben. Ja man darf sich damit sogar ohne Ansehensverlust brüsten. In anderen Ländern wie z.B. Frankreich scheint dies anders zu sein. Handwerksmeister klagen, dass die Qualifikationen ihrer Auszubildenden den Anforderungen nicht genügen. Und so weiter und so fort. Wäre es da nicht wünschenswert, einen Kern an mathematischen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten festzulegen, auf den sich alle einigen, damit der Streit darüber ein Ende finde? Gibt es vielleicht bereits Kataloge solcher superkritischen Inhalte, die man einfach nur noch zusammenführen müßte?

Nun ja, da gibt es ja die nationalen Bildungsstandards für den Primarbereich, Hauptschulabschluss und die mittlere Reife. Über diese Bildungsstandards hinaus gibt es eine Flut weiterer Festlegungen von erwarteten Outputs. Genannt seien die verschiedenen Vergleichsarbeiten und Jahrgangsstufentests. Konkret wird man natürlich auch mit den jeweiligen Abiturprüfungen. Dies gilt in besonderem Maße in den Bundesländern, in denen es eine zweigeteilte Abiturprüfung gibt. Einen hilfsmittelfreien Teil zum Abprüfen von Grundkompetenzen und einem Teil in der bestimmte Technologien wie Graphikrechner oder Computer-Algebra-Taschencomputer zugelassen sind. Sind die jeweils getesteten Inhalte damit gleichzeitig auch die unverzichtbaren?

Ein weiterer, eher inputorientierte Ansatz wäre, einfach alle deutschen Lehrpläne miteinander zu vergleichen und den kleinsten gemeinsamen Nenner herauszuarbeiten. Es besteht nur die Gefahr, dass dieser gemeinsame Nenner wegen der unterschiedlichen Schwerpunktsetzung so klein ist, dass wir alle ob dieser Kleinheit ganz fürchterlich erschrecken werden. Zudem gibt es zahlreiche Stimmen, die meinen, dass bereits die jetzigen Lehrpläne über alle Maßen ausgedünnt sind und viele wesentliche Gebiete nicht oder nicht mehr berührt werden. Eine Klage, die man wohl auf vielen Tagungen hört.

Im Jahr 2000 haben einigen Mathematikpädagogen versucht, Kriterien zu entwicklen, wann ein bestimmter Inhalt als verzichtbar oder eben als unverzichtbar gelten soll. Die Antworten wurden inbesondere unter dem Eindruck der damals stark zunehmenden Verbreitung von Computer-Algebra-Systemen gegeben. Das Thesenpapier Herget, Heugl, Lehmann, Kutzler: Welche handwerklichen Fähigkeiten sind im CAS-Zeitalter unverzichtbar? hat in damals eine rege didaktische Diskussion ausgelöst. Mutig war es allemal, da es eine solche Konkretisierung bis dahin nicht gegeben hat. Die national wie international geführte Diskussion war allerdings nicht nur rege, sie war auch in einem hohen Maße kontrovers.  Wie wohl jeder Lehrplanmacher bestätigen kann, hagelt es (verbale) Prügel, sobald man konkret und verbindlich wird. Solange man unverbindlich bleibt, stimmen wohl alle der Feststellung von Hans Schupp zu: „Der Computer zwingt uns zum Nachdenken über Dinge, über die wir auch ohne Computer hätten nachdenken müssen.“ (AKMUI Tagung 1993)

Kann die gemeinsame Kommission von MNU, GDM und DMV abhilfe schaffen? Durch Setzung eines Faktums. Im Rahmen eines demokratischen Prozesses. Einfach so. Punkt? Oder hat diese nicht bereits viel erreicht, wenn die Streitigkeiten an der Übergangsstelle Schule-Hochschule überwunden werden können?

Völlig verloren ist man, wenn man Dietrich Schwanitz: Alles was man wissen muss zu Rate zieht. Der Autor weist selbst darauf, dass Naturwissenschaften, wozu hier auch die Mathematik gezählt wird, in gewissen Kreisen als nicht eben notwendig erachtet werden. Da lobe ich mir doch die differenzierte Betrachtung von Hans Werner Heymann: Allgemeinbildung und Mathematik (1996), in der Presse zu Unrecht zusammengefasst mit „Sieben Jahre Mathematik sind genug!“

Somit ist schliesslich auch klar, dass selbst eine Rückbesinnung auf mathematische Tugenden nicht weiter hilft. Die emotional und leidenschaftlich geführten Debatten zeigen, dass ein etwaiger Kanon unverzichtbarer Inhalte wohl nicht existiert und schon gar nicht eindeutig ist.